Projekt "Digitale Rekonstruktion der Synagoge von Seligenstadt"
Förderkreis Historisches Seligenstadt e. V.
Der Förderkreis hat sich das Ziel gesetzt, die Seligenstädter Synagoge, die 1938 in der Reichspogromnacht am 9. November von den Nationalsozialisten in Brand gesteckt und daraufhin abgerissen wurde, digital rekonstruieren zu lassen. Mittels digitaler Medien ist es heute möglich, sich ein Bild von der Synagoge Seligenstadt zu machen. Insbesondere der internetaffinen jüngeren Bevölkerung soll ein realistisches Bild über die jüdische Kultur gezeigt werden.
Der Fachbereich Architektur/Fachgebiet Digitales Gestalten an der TU Darmstadt ist führend in der digitalen Rekonstruktion historischer Bauwerke. Seit 1995 hat die Arbeitsgruppe von Dr. Marc Grellert Rekonstruktionen von zahlreichen zerstörten Synagogen in Deutschland erstellt. Mit ihm wurde seitens des Förderkreises die aktuelle Datenlage zur Synagoge in Seligenstadt erörtert.
Baupläne der Synagoge in Seligenstadt sind nach derzeitiger Kenntnis nicht überliefert. Jedoch existieren ein Lageplan sowie Fotografien vom Äußeren und vom Inneren des Gebäudes. Das Gebäudefundament ist noch weitgehend erhalten und wurde archäologisch erforscht. Diese derzeit vorhandenen Daten reichen aus, um eine digitale Rekonstruktion des Bauwerks zu erstellen. Des Weiteren fügt sich die geplante digitale Rekonstruktion in ein Forschungsprojekt „Synagogen-Gedenkbuch Hessen“ der Goethe-Universität Frankfurt ein.
Die Federführung für das Projekt „Digitale Rekonstruktion der Synagoge von Seligenstadt“ hat der Förderkreis Historisches Seligenstadt e. V. in Abstimmung mit der Stadt Seligenstadt übernommen. Im Mittelpunkt des geplanten Vorhabens stehen die Erstellung und Entwicklung zukunftsweisender neuer Formen der Präsentation und der Auseinandersetzung mit diesem für Seligenstadt besonderen historischen Bauwerk. Grundlage für dieses Projekt ist die Erstellung digitaler Computermodelle des Innenraums, des Gebäudeäußeren und der unmittelbaren Umgebung.
Das Projekt wird von der Stiftung mit einer Summe von 8.000 Euro unterstützt.