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Datum: 11.01.2008

Gingko-Haus in Langen eröffnet

Am Freitag wurde das Gingko-Haus in Langen nach 14-monatiger Bauzeit eröffnet. Auf dem Gelände Georg-August-Zinn-Straße 2 im Langener Norden sind 31 barrierefreie Wohnungen entstanden. In vier dieser Wohnungen wird eine Wohngemeinschaft für demenziell erkrankte Menschen eingerichtet.

Das gemeinschaftliche Wohnprojekt Gingko Langen e.V. ist das erste gemeinschaftliche Wohnprojekt, das im Kreis Offenbach eröffnet wird. Die Mitglieder des Vereines Gingko, die eingezogen sind, haben dieses Wohnprojekt mit viel Engagement und Ausdauer umgesetzt. Etwa fünf Jahre sind seit den ersten Ideen bis zum Bezug vergangen. Baubeginn war am 14. Juli 2006. Das Grundstück wird vom evangelischen Gemeindeverband in Erbpacht zur Verfügung gestellt, Bauträger und Vermieter ist das Gemeinnützige Siedlungswerk.

Der Kreis Offenbach unterstützt dieses neuartige Projekt durch eine Anschubfinanzierung. „Damit wollen wir mithelfen, die Wohngruppe auszugestalten und über die ersten Hürden zu bringen“, erklärt der Kreisbeigeordnete Carsten Müller, der einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro an den Verein Gingko Langen e.V. überreicht.

Einen weiteren Scheck hat Landrat Peter Walter in seiner Funktion als Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung "Miteinander Leben" mitgebracht. 3.000 Euro erhält der Verein aus dem Topf der Stiftung, die im Jahr 2000 gegründet wurde. Gefördert werden gemeinnützige Projekte in den Bereichen Bildung, Erziehung, Völkerverständigung, Jugend- und Altenhilfe, Kunst, Kultur und Naturschutz. Diese müssen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger des Kreises Offenbach liegen. Vorrang haben dabei solche Projekte, die nicht zu den regulären Aufgaben der kommunalen Verwaltung gehören und bei denen sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Die Gelder der Stiftung dienen als Anschubfinanzierung, um Projekten auf die Beine zu helfen. Weitere Zustifter sind gern gesehen.

„Der demographische Wandel ist im Gange“, erklärt der Kreisbeigeordnete Carsten Müller anlässlich der Einweihung. „Die Gesellschaft verändert sich. Der Anteil der älteren Menschen nimmt zu, die Zahl der Jüngeren nimmt ab. Aber auch die Struktur der Gesellschaft verändert sich, beziehungsweise sie hat sich schon verändert: Neben der Kleinfamilie gibt es viele Lebensformen. Menschen leben als Single, als Alleinerziehende, in Patchworkfamilien, als Paar. Eine neue Form des Zusammenlebens entwickelt sich derzeit, nämlich die des gemeinschaftlichen Wohnens.“

Das Wohnprojekt Gingko ist ein Wohnhaus hauptsächlich für Menschen, die über 50 Jahre alt sind. Am wichtigsten ist den Mitgliedern des Vereines Gingko aber nicht das Lebensalter, sondern dass die Bewohnerinnen und Bewohner des Gingko-Hauses an einem Leben in der Gemeinschaft teilhaben wollen. Sie alle wollen das Zusammenleben im Haus gemeinsam gestalten. Das miteinander zu tun zu haben, sich gegenseitig zu helfen und dabei die Möglichkeit zu haben, in den eigenen vier Wänden für sich sein zu können.

Das Besondere des Wohnprojektes Gingko ist, dass eine betreute Wohngemeinschaft für demenzkranke Menschen integriert werden soll. Der Grund ist, dass ein Gingko-Mitglied, das an dieser Erkrankung leidet innerhalb des Hauses umziehen und hier leben kann. Das ist eine Art Vorsorge, damit Ausziehen bei Demenz nicht notwendig wird. Träger der Wohngruppe ist das Demenzforum Darmstadt.

„Dies ist ein völlig neues Konzept“, so Landrat Peter Walter abschließend. „Damit wird das selbstständige Wohnen und aufwändige Pflege in der eigenen Häuslichkeit vereinbart. Auch das bürgerschaftliche Engagement der Gingko-Mitglieder ist zu würdigen, sie wollen den Menschen Wohngruppe mit ehrenamtlicher Arbeit helfen.“

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