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Datum: 15.02.2017

4.000 Euro für "Zusammenleben der Kulturen in Dietzenbach"

Die Stiftung „Miteinander Leben“ unterstützt den Verein „Zusammenleben der Kulturen in Dietzenbach e.V.“. Landrat Oliver Quilling, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung „Miteinander Leben“, hat am Mittwoch an die Vorsitzende Gertrud Röhner einen symbolischen Scheck in Höhe von 4.000 Euro überreicht. Mit dem Zuschuss fördert die Stiftung die Herausgabe des Buches „ . . . und tilgt nicht unser Angedenken“. In der rund 600 Seiten umfassenden Dokumentation werden die Geschichten von Opfern des Nationalsozialismus' in Dietzenbach in Erinnerung gerufen.

„Das Werk beschreibt die Vergangenheit und doch ist es zugleich ein Buch für die Zukunft“, sagte Landrat Oliver Quilling bei der Scheckübergabe und wies darauf hin, dass der Verein „Zusammenleben der Kulturen in Dietzenbach e.V.“ den weiterführenden Schulen in Dietzenbach mehrere Klassensätze zur Verfügung stellt. „Damit erhält der Unterricht wichtige Impulse. Ich glaube, dass die Geschichten über Bürger aus Dietzenbach den Jugendlichen wegen des lokalen Bezugs stärker unter die Haut gehen, als andere Erläuterungen oder Dokumentationen zum Dritten Reich“, sagt Landrat Quilling.

Die Leser erfahren durch die Lektüre der Biografien der Dietzenbacher, wie grausam der Nationalsozialismus insgesamt war. Pars pro Toto heißt in diesem Fall, die Verfolgung, Diskriminierung, Stigmatisierung und die Verbrechen an den Menschen in Dietzenbach sind der typische Teil eines Ganzen.

Dank des Engagements von Autor Horst Schäfer und seiner rund drei Jahre langen Recherche in Archiven von Gedenkstätten und Stiftungen haben die Arbeitsgruppe „Aktives Gedenken in Dietzenbach“ und der Verein „Zusammenleben der Kulturen in Dietzenbach e.V.“ ein Buch herausgegeben, das ein dunkles Kapitel der lokalen Geschichte beleuchtet. Das Werk verhindert, dass Dietzenbachs NS-Oper in Vergessenheit geraten. Darin werden auch Täter dargestellt, darunter der ehemalige Bürgermeister Heinrich Fickel, der ein strenges Regime geführt haben soll. Dazu sagt Autor Horst Schäfer, „ohne die Täter gibt es keine Opfer“.

Die Stiftung „Miteinander Leben“ fördert seit 2001 gemeinnützige Projekte in den Bereichen Bildung, Erziehung, Völkerverständigung, Jugend- und Altenhilfe, Kunst und Kultur sowie Naturschutz. Die Projekte müssen im Interesse der Bürgerinnen und Bürger im Kreis Offenbach liegen. Vorrang haben dabei solche, die nicht zu den regulären Aufgaben der Verwaltung gehören und bei denen sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Die Gelder der Stiftung dienen als Anschubfinanzierung, um Projekten auf die Beine zu helfen. Mit den Stiftungseinnahmen wurden im vergangenen Jahr insgesamt zwölf Projekte gefördert. Die Initiativen erhielten rund 37.000 Euro. Die Höhe der jährlichen Förderung der Stiftung schwankt und ist abhängig von den Einnahmen und der Zahl der Antragsteller. So wurden beispielsweise 2004 genau 165.000 Euro, 2014 ungefähr 60.000 Euro und 2015 rund 20.000 Euro verteilt.

Anträge auf Gelder aus der Stiftung „Miteinander Leben“ sind schriftlich an die Stiftung „Miteinander Leben“, Geschäftsführer Markus Härtter, Werner-Hilpert-Straße 1 in 63128 Dietzenbach zu richten. Spenden und Zustifter sind gerne gesehen.

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